Leonie Pfennig, Foto © Julia von der Heide

Leonie Pfennig

Hier lernt ihr die Menschen kennen, die BÄM! möglich machen: diejenigen, die inspirieren, organisieren, kritisieren, träumen, denken und anpacken. Menschen vor, hinter und rund um BÄM!, die unsere Community mit Herz und Haltung gestalten.

Leonie vorzustellen bedeutet, vom Pulsschlag unserer Initiative zu erzählen. Als eine der Mitgründer*innen von And She Was Like: BÄM! ist sie von Tag eins an dabei und zeichnet sich durch eine unerschütterliche Loyalität aus. So oft hat sie BÄM! wiederbelebt, zusammengehalten und dem Ganzen mit ihrer Art immer wieder liebevoll neues Leben eingehaucht. Sie ist eine wunderbar vielschichtige Person, die unsere Gemeinschaft tief prägt.

Leonie hört den Menschen um sich herum wirklich zu und holt sie genau dort ab, wo sie gerade stehen. Wenn sie spürt, dass Menschen gut zusammenarbeiten, in echten Austausch treten oder einfach nur eine gute Zeit miteinander verbringen können, dann webt sie diese Verbindungen und gibt ihre Energie großzügig in ihr Umfeld zurück. Es ist bemerkenswert, wie achtsam und liebevoll sie mit den Dingen umgeht – mit Texten, mit Worten und vor allem mit den Menschen.

Neben dieser großen Wärme bringt Leonie einen Erfahrungsschatz und eine Professionalität mit, von der man jeden Tag aufs Neue lernen kann. Egal ob in ihrer Arbeit als Autorin, als Lektorin oder in den vielen verschiedenen Rollen, die sie in ihrem Leben bereits eingenommen und gestaltet hat: Vielleicht ist sie einfach diejenige, die am besten weiß, wie man BÄM! buchstabiert – mit ganz viel Herz.

Wer bist du, und was treibt dich in deinem Leben und deiner Arbeit an?

Ich bin Leonie Pfennig, ich lebe nach vielen Jahren in Berlin und Köln nun wieder in Bonn und arbeite seit über zwanzig Jahren im Kunstbetrieb, zuerst in einer Galerie, dann in Redaktionen und Verlagen, im Museum und seit zehn Jahren selbstständig als Autorin, Redakteurin, Lektorin und Kommunikationsberaterin. Was mich in meiner Arbeit und in meinem Leben antreibt, sind die Momente, in denen ich andere begeistern kann – für ein Thema, eine Künstlerin, ein Buch, eine Idee. 

Wie würdest du dich und dein Wirken in drei Worten beschreiben?

Neugierig, Verbindungen suchend, unkompliziert.

Gibt es einen Moment, eine Erfahrung, Menschen, die dich besonders geprägt haben und deine Sicht auf die Welt, dein Arbeiten beeinflusst haben?

Einige! Mir kommt immer ein Gespräch mit einer Freundin in den Sinn, die fragte: Kannst du drei Frauen nennen, die dich in deinem Beruf weitergebracht haben, die dir geholfen haben? Da musste ich sehr oft drüber nachdenken, und versuche seitdem, selbst so eine Frau zu sein und diejenigen zu feiern, die mir geholfen haben.

Work in Progress ist ein zentrales Prinzip von And She Was Like: BÄM! – in welchem Bereich erlebst du dich selbst als Lernende oder Verändernde? In welchem Bereich fühlst du dich gerade selbst „in progress“?

Ich hadere immer wieder mit meiner Rolle in der sogenannten Kunstwelt, meiner wirklichen Berufung im Sinne der Arbeit, die mich erfüllt und begeistert, und wie ich das, was ich liebe, zu tun und gerechte Entlohnung unter einen Hut kriege. Mein progress aktuell ist, mich nach über zwanzig Jahren Arbeit vielleicht nicht gänzlich neu auszurichten, aber die Richtung zu überdenken, in die es weitergeht. 

Welche*r Künstler*in, Aktivist*in oder Denker*in inspiriert dich aktuell, und warum?

Alle, die sich für den Schutz der Demokratie und für eine gleichberechtigte Gesellschaft einsetzen, sich gerade in Gebieten, in denen rechtsextreme Gesinnungen laut und präsent sind, trotzdem auf die Straße stellen, sich anfeinden lassen und in Gefahr bringen. Das bewundere ich sehr. 

Was bedeutet für dich „Gemeinschaft“ – und wie kann sie in herausfordernden Zeiten gestärkt werden?

Gemeinschaft ist ein Gefühl, eine Zugehörigkeit, ein Ort, der von Menschen und nicht aus einem bestimmten Raum gebildet wird. Für mich ist BÄM! so ein Raum – unser Team, aber auch die Räume, die wir durch Veranstaltungen und Publikationen schaffen.

Wenn du einen Wunsch für die nächsten zehn Jahre formulieren könntest: Was braucht es, damit künstlerische und aktivistische Arbeit langfristig Wirkung entfalten kann?

Es geht nicht ohne Geld. Mehr substantielle Förderung, die nicht nur einzelnen Projekten dient, die beginnen und enden, sondern der Basisarbeit, dem Alltäglichen und nicht so Sichtbaren, was aktivistische und künstlerische Arbeit überhaupt erst hervorbringt. 

Welches Wort oder welche Emotion beschreibt für dich am besten die Energie von And She Was Like: BÄM!?

Da muss ich mehrere nennen, weil BÄM! so vieles sein kann: Inspiration und Ansporn, Zugehörigkeit und Verständnis, Sicherheit und Verbundenheit, Spaß und Kreativität.