Wenn sich Amelie meldet – mit einer Mail, einer Sprachnachricht oder einem kleinen Gruß zwischen den Zeilen –, dann tut sie das mit Herz, Verstand und Humor, der Dinge leichter macht. „Ich bin vieles“, sagt sie. Und meint damit nicht nur die vielen Rollen, die sie ausfüllt – Kunstwissenschaftlerin, Kuratorin, PR-Beraterin –, sondern vor allem eine Haltung: offen zu sein, beweglich, empfänglich. Das sind die Koordinaten ihres Arbeitens und ihres In-der-Welt-Seins. Amelie liebt das Dazwischen: Gespräche, die Funken schlagen; Begegnungen, die wärmen; Ideen, die im Austausch ihre Form finden. Sie denkt verbindend und vertraut auf das Experiment als produktiven Zustand.
In ihrer kuratorischen Praxis interessieren sie besonders die leisen Kräfte. Softness ist für sie keine Schwäche, sondern Methode: Emotionalität, Empathie und Care – für andere und für sich selbst – bilden die Grundlage ihres Arbeitens. Sie versteht Arbeit als gemeinschaftlichen Prozess, in dem jede*r wirken und wachsen kann.
Gemeinschaft bedeutet für Amelie Sicherheit und Verbindung: Räume, in denen Menschen sich begegnen und Vertrauen entstehen kann. Gerade in herausfordernden Zeiten sieht sie darin eine dringende Aufgabe: solche Räume zu schaffen und zu halten, damit Austausch möglich wird, Solidarität spürbar ist und gemeinsames Handeln entstehen kann.
Bei BÄM! ist Amelie eine treibende Kraft mit einer Energie, die ansteckt. Sie initiiert und gestaltet Veranstaltungsreihen, gemeinsame Ausstellungsbesuche, Talks, Screenings und interdisziplinäre Projekte. Sie bringt dabei nicht nur Ideen ein, sondern auch eine bemerkenswerte Großzügigkeit was ihre Zeit und Aufmerksamkeit betrifft. Ohne Amelie wäre vieles, was BÄM! ist, kaum denkbar – und vieles von dem, was noch kommt, ganz sicher auch nicht.
Wer bist du, und was treibt dich in deinem Leben und deiner Arbeit an?
Hi! Ich bin Amelie. Ich sage gerne: „Ich bin vieles.“ Als Kunstwissenschaftlerin, Kuratorin und PR-Beraterin liegt das nicht nur an der Vielfalt der Tätigkeiten, denen ich in den letzten Jahren nachgegangen bin, sondern auch an meinem Blick auf das Leben und die Arbeit. Ich liebe kreatives, vernetzendes Denken, ganzheitliche Herangehensweisen, Kommunikation und Offenheit fürs Experiment. Gespräche mit Gleichgesinnten und warme, herzliche Begegnungen mit Menschen, die vor Begeisterung für eine Sache sprudeln, treiben mich an.
Wie würdest du dich und dein Wirken in drei Worten beschreiben
Zugewandt, empathisch, idealistisch
Gibt es einen Moment, eine Erfahrung, Menschen, die dich besonders geprägt haben und deine Sicht auf die Welt, dein Arbeiten beeinflusst haben?
Ich sauge Eindrücke wie ein Schwamm auf, weshalb es mir schwerfällt, einen einzelnen Moment zu benennen. Wenn ich jedoch eine Erfahrung herauspicken müsste, wäre es die Zusammenarbeit mit den Kuratorinnen Lisa Klosterkötter und Lisa Oord für AIC ON 2023. Wir haben gemeinsam einen performativen Spaziergang für Art Initiatives Cologne organisiert – eine Erfahrung, die mir gezeigt hat, wie leicht und zugleich wirkungsvoll Arbeit sein kann, wenn eine gemeinsame Haltung spürbar ist und sich im Ergebnis abbildet. Vieles davon habe ich „mitgenommen“ und kulminierte 2025 in meinem Ausstellungsprojekt soft intentions im Rahmen unseres BÄM!-Jubiläums. Ich möchte Softness als Basis meiner kuratorischen Praxis integrieren: Emotionalität, Empathie, Nahbarkeit und Care – für andere, aber auch für mich selbst. Auch die Arbeit im BÄM!-Team zeigt mir immer wieder, was möglich ist, wenn gemeinsame Werte, aber auch Mut zusammenkommen.
Work in Progress ist ein zentrales Prinzip von And She Was Like: BÄM! – In welchem Bereich erlebst du dich selbst als Lernende oder Verändernde? In welchem Bereich fühlst du dich gerade selbst „in progress“?
Besonders im Bereich Arbeit habe ich seit dem Abschluss meines Kunstgeschichtsstudiums viel dazugelernt. Es hat sich ein Mosaik zusammengesetzt: Ich kann benennen, was mir Freude macht, was ich gut kann und wofür ich (ein-)stehen möchte. Derzeit beschäftigt mich besonders die Frage, wie Arbeit im Kunstkontext zeitgemäß gedacht werden kann – kollaborativer, wertschätzender und in Strukturen, die Menschen, ihre Kreativität und ihr Können stärken. Arbeitssysteme funktionieren wie eine sorgfältig austarierte Waage: Wenn Stärken und Talente bewusst verteilt werden, bleibt das Gleichgewicht erhalten.
Welche*r Künstler*in, Aktivist*in oder Denker*in inspiriert dich aktuell, und warum?
Was in der Aufzählung eigentlich fehlt und doch immer meine erste Inspirationsquelle ist, sind die Menschen, die mir nahestehen und mit denen ich mich kontinuierlich austausche. Und da sind so viele tolle Künstler*innen, Aktivist*innen und Denker*innen dabei.
Was bedeutet für dich „Gemeinschaft“ – und wie kann sie in herausfordernden Zeiten gestärkt werden?
Gemeinschaft bedeutet für mich Sicherheit und sich wohlzufühlen. Dafür müssen wir rausgehen, uns zusammentun und Orte schaffen, in denen Vertrauen wachsen kann. Gerade in diesen herausfordernden Zeiten sind solche Begegnungsräume besonders wichtig – Orte, an denen wir aktiv aufeinander zugehen können und Verbindung entsteht. Deshalb ein großes Danke an all die Menschen, die diese Möglichkeiten gerade schaffen!!
In den letzten zehn Jahren hat sich gesellschaftlich viel bewegt – welche Entwicklungen machen dir Hoffnung, und wo siehst du noch dringenden Handlungsbedarf?
Ich finde die Frage schwer zu beantworten, weil ich aktuell in vielen Bereichen eher die Rückschritte wahrnehme. Besonders der Rechtsruck in Deutschland bereitet mir Sorgen.
Am 18. Februar habe ich an einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Anschlags in Hanau teilgenommen. Einige Personen und Initiativen haben Reden gehalten und Musikbeiträge vorbereitet. Ihre Worte – und vor allem die Tatsache, dass sich Menschen solidarisch zusammentun, in Kollektiven, Vereinen, Netzwerken und Initiativen – hat mir Hoffnung gegeben. Gerade jetzt ist es wichtig, sich zusammenzutun, sich auszutauschen, sichtbar zu bleiben, laut zu sein und auf die Straße zu gehen.
Was ist deine Rolle in der BÄM!-Gemeinschaft, wie und wo bringst du dich ein?
Ich organisiere in einem tollen Team die BÄM!-Veranstaltungen. Wir haben beliebte Reihen wie BÄM! meets, bei denen wir regelmäßig mit unserer Community Ausstellungen besuchen, aber veranstalten auch Screenings, Talks oder Abendschulen zur (Selbst-)Bildung oder wie letztes Jahr zum BÄM!-Jubiläum ein interdisziplinäres Projekt zwischen Ausstellung und Kunst-Festival.
Was bedeutet BÄM! in deinem Leben?
Halt und Haltung
Welches Wort oder welche Emotion beschreibt für dich am besten die Energie von And She Was Like: BÄM!?
BÄM! ist für mich wie eine Umarmung … aber so eine lange, richtig ausgiebige, wie von der guten Freund*in, die man lange nicht gesehen hat.
Was wünschst du And She Was Like: BÄM! zum Jubiläum – und welche Botschaft möchtest du für die Zukunft mitgeben?
Happy Birthday BÄM! Ich wünsche uns ganz viel Power, immer weiterzumachen
