© Elisa Mux

Annabelle Hirsch: Die Dinge

 

Ab auf die Couch und Buch in die Hand. Was ihr lesen könntet im November?

Nadjana Mohr

Was haben ein Metall-Korsett, ein Mobiltelefon und ein verheilter Oberschenkelknochen gemeinsam? Das erzählt uns Annabelle Hirsch in Die Dinge. Eine Geschichte der Frauen in 100 Objekten. Es geht um Dinge im Alltag, welche der Frauen – der Menschheit – Mittel zur Eigenwirksamkeit, Mobilisierung und Unabhängigkeit verhalfen. Nachdem das erste Auto in einem weiteren Rekordsommer-Jahr nun das Fliegen gelernt hat, finde ich es interessant, sich einmal auf ein Objekt zurück zu besinnen, welches vor 30000 v.Chr. den Ursprung der menschlichen Zivilisation markiert – nein, keine technisch ausgefeilte Speerspitze – es ist ein verheilter Oberschenkelknochen. Es lebt sich nämlich schlecht (zu der Zeit gar nicht) mit gebrochenem Bein und klar ist auch, welchem Geschlecht das Umsorgen und das Heilen zugesprochen wurde und noch immer wird – wenn auch in der historischen Forschung nur wenig wertgeschätzt. Wenn wir schon bei der Körperhaltung sind; warum nochmal genau, ist das Korsett aus Metall im 17 Jh. doch eher als ein bestärkendes Kleidungsstück zu lesen? Schon damals hatten Frauen ihren männlichen Ärzten zu erklären versucht, dass sie sie doch bitte mit der „verdammten Natur“ in Ruhe lassen sollten … Dinge eben, die unser Leben und unsere Weltanschauung geprägt haben und in der Überlieferung die weibliche Erzählung bislang unterliefen.

Klare Empfehlung!